Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Anklang

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

von Thomas Hennefeld, Landessuperintendent der evangelisch-reformierten Kirche in Österreich

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

U. a. mit dem Beitrag: Humor ist, wenn man trotzdem lacht Humor ist, wenn man trotzdem lacht - Lachen als Quelle von Resilienz Gerade Menschen, die wenig oder gar nichts zu lachen haben, sind, was Witze anbelangt, außerordentlich produktiv. Denn: Gerade in schwierigen Situationen ist Lachen besonders hilfreich. Man kann Unterdrücker durch den Kakao ziehen (wie es im jüdischen Humor oft geschieht) und Bedrohungen ins Lächerliche ziehen. Auf diese Weise kann man kreativ mit Problemen umgehen, die Deutungshoheit über die Situation wiedergewinnen und die eigene Resilienz deutlich steigern. Über diese und andere Aspekte hat Brigitte Krautgartner mit der langjährigen Schulleiterin, der Theologin, Pädagogin und Ordensfrau Sr. Beatrix Mayrhofer gesprochen.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"Sei fest im Hoffen". Es liest Nicole Heesters. Von der Hoffnung als Jungbrunnen, den Möglichkeiten, die nicht gesehen werden, von der Widerstandskraft Liebe und dem Leiden als Regenwasser für das Glück - Gedichte für die Zuversicht von Rose Ausländer, Eva Strittmatter, Marie Luise Kaschnitz, Hilde Domin, Reiner Kunze, Wolf Biermann, Linda Vilhjalmsdottir (übersetzt von Franz Gislason und Wolfgang Schiffer), Eveline Hasler und Giuseppe Ungaretti (übersetzt von Ingeborg Bachmann). Dazu Musik von Gabriel Fauré, Richard Strauss, Joseph Joachim, Joseph Joachim Raff, Max Reger und Camille Saint-Saens. Gestaltung: Edith Vukan und Michael Blees. Redaktion: Gudrun Hamböck.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

Gebaut aus Erde. Die Architektin und Lehmbauexpertin Anna Heringer über Lehm als ökologischen und sozialen Baustoff Für die Architektin Anna Heringer bietet Lehm als Baumaterial zahlreiche Vorteile. Lehm ist gesund und reguliert auf natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit. Als Baustoff ist er meist regional vorhanden und kann schon aus dem Kelleraushub gewonnen werden. Während konventionelle Baustoffe wie Zement bei der Herstellung viel Kohlendioxid verursachen und beim Abriss als Bauschutt zurückbleiben, lässt sich mit Lehm nachhaltig arbeiten, da dieser zur Gänze natürlich abbaubar ist. Rund drei Milliarden Menschen leben heute weltweit in Lehmbauten. Obwohl Lehmbau eine lange Tradition hat, ist er in Europa und auf anderen Kontinenten mehr und mehr als "Baustoff der armen Leute" verpönt und verdrängt worden. Die international tätige Architektin plant nicht nur, sie hat auch regelmäßig ihre eigenen Hände im Lehm. Erde in die Hand zu nehmen, tut der Seele gut, ist Anna Heringer überzeugt. 2005 realisierte sie ihr Diplomarbeitsprojekt, die "METI School" in Rudrapur, einem Dorf im Norden von Bangladesch. Erbaut wurde das zweigeschossige Gebäude aus Lehm, Stroh und Bambus aus der Region, mithilfe der menschlichen Muskelkraft. Das natürliche Material braucht Handwerk, was viele Arbeitsplätze und lokale Strukturen schafft. Für Anna Heringer ist klar, dass nicht nur Architektinnen und Architekten, sondern alle Menschen Räume beeinflussen und Architektur gestalten. Wer ein billiges T-Shirt aus Bangladesch kauft, gestaltet den Lebensraum jener Textilarbeiterinnen mit, die ihr Leben in den Dörfern aufgeben, um unter schlechten Arbeitsbedingungen in den Großfabriken der Stadt zu arbeiten. Mit dem Projekt "Dipdii Textiles" engagiert sie sich für den Erhalt der dörflichen Strukturen und des traditionellen Textilhandwerks in Bangladesch. Anna Heringer wurde 1977 in Laufen, einer kleinen, bayrischen Grenzstadt nahe Salzburg geboren. Im Alter von 19 Jahren geht sie für ein Jahr nach Bangladesch und arbeitet dort für die NGO "Dipshikha" im Bereich der nachhaltigen Entwicklungsarbeit. 2004 schließt sie ihr Architekturstudium an der Kunstuniversität Linz ab. Seit 2005 leitet sie ihr eigenes "Studio Anna Heringer". Die Lehmbauexpertin hat die UNESCO-Professur für Earthen Architecture, Building Cultures and Sustainable Development inne und arbeitete als Gastprofessorin bereits in Wien, Linz, Zürich, München, Stuttgart, Alghero und Harvard. Anna Heringer wurde mit zahlreichen, renommierten Preisen wie dem "Aga-Khan-Preis für Architektur" oder dem "Global Award for Sustainable Architecture" ausgezeichnet. 2020 gewann sie den "Obel Award". Gestaltung: Jakob Fessler

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Ambiente Spezial: Von Bad Radkersburg über die Südsteirische Weinstraße nach Eibiswald. "Ambiente"-Programmschwerpunkt 2021 "Grenzerkundungen". 145 Kilometer lang ist die steirisch-slowenische Grenze. Nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie war die Untersteiermark an den neuen jugoslawischen Staat gefallen. Im Südosten der Steiermark wurde die Mur als Grenze bestimmt - das führte unter anderem zur Teilung der Stadt Radkersburg. Ihr österreichischer Teil ist für Thermalquellen und die hervorragend erhaltene Altstadt bekannt. Weniger bekannt ist Gornja Radgona, das alte Oberradkersburg, am rechten Ufer der Mur. Es gehört heute zu Slowenien, das sich 1991 aus dem Vielvölkerstaat Jugoslawien löste. Ihre zahlreichen Buschenschenken machen die Südsteiermark wohl zur lukullischsten aller Grenzregionen Österreichs. Ein besonders symbolträchtiger Aussichtspunkt ist der Grenztisch an der Glanzer Kellerstraße: Die Grenze führt mitten durch den Picknick-Platz. Das gilt im Großen auch für die 1955 eröffnete Südsteirische Weinstraße. Stellenweise ragt diese Panoramaroute sogar ins Slowenische hinüber. Wer mit dem E-Bike unterwegs ist oder hügelauf, hügelab wandert, der setzt seinen Fuß an dieser "grünen Grenze" auch mal in den Nachbarstaat, ohne es zu bemerken. Besonders sehenswert ist die Heiligengeistklamm, die von Leutschach hinauf zum steirisch-slowenischen Grenzkamm führt. Seltene Pflanzen und Tiere haben in der wildromantischen Schlucht Rückzugsräume gefunden. Von ihrem Ende sind es nur mehr wenige Gehminuten zu der bereits aus slowenischem Gebiet gelegenen Wallfahrtskirche Sveti Duh na Ostrem vrhu. Die Heiliggeistkirche am Osterberg ist Ziel einer traditionsreichen Wallfahrt, die auch in Zeiten des jugoslawischen Kommunismus Steirer und Slowenen zusammenführte. 20 Kilometer westlich von Leutschach liegt Eibiswald, und nur sieben Kilometer nördlich der Grenze zu Slowenien. Bis 2015 zählte der Ort etwa 1.500 Einwohner, seit den Gemeinde-Zusammenlegungen ist er auf rund 6.500 angewachsen. Während vor hundert Jahren Eibiswald noch ein florierender Industriestandort mit Braunkohle-Abbau, Stahlwerk und Glashütte war, ist es um die Arbeitsplatzsituation nicht mehr zum Besten bestellt. Lange schon sind die Werke stillgelegt, von den einst bis zu 20 Gasthäusern, die an die 800 zugereiste Arbeiter und Ingenieure verköstigten, sind gerade noch zwei geblieben. Mit Krisen unterschiedlichster Art ist man hier im Grenzland daher durchaus vertraut. Die meisten Bewohner hielten sich immer wieder mit ihren Nebenerwerbsbauernhöfen, Weinbergen und Gemüsegärten über Wasser. Dem Trend der Entschleunigung geschuldet hat sich der Ort auch zunehmend dem sanften Tourismus verschrieben. Immerhin liegt Eibiswald im Schilcherland, an der Kreuzung von Weitwanderwegen, und verfügt über einige Kulturinitiativen. Hier wurde Hans Klöpfer geboren, jener Heimatdichter, der mit seinen Gedichten der weststeirischen Mundart ein Denkmal gesetzt hat, dessen Nähe zum Nationalsozialismus jedoch lange nicht thematisiert wurde. Sein Elternhaus ist heute ein Museum. Gestaltung: Ursula Burkert, Matthias Haydn

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Matinee

Israel Philharmonic Orchestra, Dirigent: Zubin Mehta; David Radzynksi, Violine; Emanuele Silvestri, Violoncello; Dudu Carmel, Oboe; Daniel Mazaki, Fagott. Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zu dem Trauerspiel "Coriolan" c-Moll op. 62 * Joseph Haydn: Sinfonia concertante für Violine, Violoncello, Oboe, Fagott und Orchester B-Dur Hob. I/105 * Piotr Iljitsch Tschaikowksy: Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74, "Pathétique" (aufgenommen am 20. Oktober 2018 im Großen Musikvereinssaal in Wien)

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Matinee

Israel Philharmonic Orchestra, Dirigent: Zubin Mehta. Piotr Iljitsch Tschaikowksy: Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74, "Pathétique" (aufgenommen am 20. Oktober 2018 im Großen Musikvereinssaal in Wien)

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Bernhard Fellinger Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des ORF Radio-Symphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m. Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in der nächsten Superchampions-Runde am 28. Februar um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Hamburg inklusive Besuch der Elb-Philharmonie. Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter: oe1.orf.at/quiz/anmeldung

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Menschenbilder

"Bei der Arbeit" - Die Fotografin Elfriede Mejchar Sie galt als die "Altmeisterin der österreichischen Fotografie." "Starke Frauen" hieß vor Jahren ein Themenschwerpunkt im Landesmuseum Niederösterreich in St. Pölten mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen. Eine Ausstellung war der Fotografin Elfriede Mejchar gewidmet. Am 11. Oktober 2020 ist Elfriede Mejchar 96-jährig in Wien gestorben. Mehrere Museen und Galerien - wie die Fotogalerie Wien im WUK - erinnern auf ihren Webseiten mit filmischen Porträts an die Künstlerin. Elfriede Mejchar wurde 1924 in Wien geboren. Nach ihrem Schulbesuch und anschließender Fotografenlehre in Deutschland, kehrte sie zu Kriegsende nach Niederösterreich zurück. 1961 legte sie die Meisterprüfung an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien ab und war von 1952 bis 1984 als Fotografin im Bundesdenkmalamt in Wien tätig. Ab 1984 übte sie ihre fotografische Tätigkeit frei aus. Elfriede Mejchars Arbeiten - Landschaften, Porträts, Pflanzen, städtische Randgebiete - wurden in zahlreichen namhaften Galerien und Museen in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. "Künstler bei der Arbeit 1954 - 1961" heißt ein Foto-Band, der 36 zahlreiche prominente Künstler und Künstlerinnen wie Arnulf Rainer, Fritz Wotruba, Herbert Boeckl, Ernst Fuchs oder Maria Biljan in ihren Ateliers zeigt. Eine Erinnerung an die große österreichische Fotografin Elfriede Mejchar, deren Werk in zahlreichen Sammlungen vertreten ist. Gestaltung: Heinz Janisch

14.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper. Gestaltung: Michael Blees

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen Dämmerung. Ungute Geschichten. Gesprächsporträt Ursula Poznanski Dashiell Hammett: Der Malteser Falke, Roman, Kampa Verlag (Übersetzung: pociao) Joachim B. Schmidt: Kalmann, Roman, Diogenes Verlag Augustus Rose: Philadelphia Underground, Roman, Piper Verlag (Übersetzung: Werner Löcher-Lawrence) Julia Phillips: Das Verschwinden der Erde, Roman, dtv (Übersetzung: pociao, Roberto de Hollanda) Moderation: Peter Zimmermann

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Die schottische Insel Eigg Die kleine, unscheinbare Insel Eigg liegt vor Schottland und zählt zu der Inselgruppe der Inneren Hebriden. Die Insel mit ihren rund 100 Bewohner/innen lässt seit 1997 immer wieder von sich hören. 1997 wurde die Insel von ihren Bewohner/innen gekauft, die selbstverwaltete "People's Republic of Eigg" wurde ausgerufen und ist seit 2008 nicht nur landschaftlich eine "grüne" Insel, sondern auch energieautark. Die idyllischen und malerischen Landschaften locken Tourist/innen gleichermaßen wie Künstler/innen auf die Insel. Kunst und Kultur und im Speziellen Musik sind für die Menschen auf Eigg von zentraler Bedeutung. So gründete 2013 der Musiker und Produzent Johnny Lynch alias "The Pictish Trail" das Label "Lost Map Records", hob das "Howlin' Fling Festival" 2014 aus der Taufe und sorgt seit 2018 mit seinem "Residency-Projekt" für Aufsehen - weit über die Grenzen von Eigg hinaus. Eigg - eine kleine Insel mit einer lebendigen und kreativen Musikkultur. Gestaltung: Lukas Handle

17.55 Uhr
Ö1 intro

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Das Elternhaus, die alte Mühle, das aufgelassene Schwimmbad. Eine Rückkehr an jene Plätze, wo Menschen groß wurden Dort hinten, wo jetzt die Siedlung steht, war ein Buchenhain. Da hat man damals Indianer gespielt, im Teich hinter der alten Mühle schwimmen gelernt. An den Weg, der täglich zum Milchholen mit der Blechkanne zurückgelegt worden ist, erinnert nur noch ein Hydrant. Wenn die Eltern verstorben sind oder längst woanders wohnen, kehren manche Jahrzehntelang nicht an die Orte ihrer Kindheit zurück. Wenn sie es dann aber tun, tauchen Erinnerungen auf, die längst vergessen waren. Auch wenn viele Spuren verwischt sind und manche Erlebnisse traurig waren. Gestaltung: Jonathan Scheucher

18.55 Uhr
Magazin des Glücks

Von und mit Franz Schuh

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

The Unmasked Comedian: "In meinen besten Momenten auf der Bühne vergesse ich, dass ich gerade Kabarettist bin." (Josef Jöchl) Josef Jöchl, Mitbegründer des "Politically Correct Comedy Clubs" (PCCC) und angeblich "der Tiroler mit dem besten Humor der Stadt", hat große Angst davor, Kandidat in der Millionenshow zu werden. Nicht wegen der Fragen. Was ihm wirklich Angst macht, ist der Small Talk mit Armin Assinger. Der fragt immer so penetrant. Ob man eh Sport macht, was man für einen Sport macht oder ob man zufällig auch schon vier Weltcup-Rennen gewonnen hat. Spätestens bei 15.000 Euro will er dann wissen, wer man ist. Da würde sich Josef Jöchl mit der Antwort wirklich schwer tun, in einem Land mit 250.000 Josefs, einigen hunderttausend Schwulen und mehreren Millionen Smartphone-Nutzerinnen mit Matura. *Hauptsache: Authentizität* Einer der wesentlichsten Punkte, in denen sich Jöchl mit seinem Solodebut "Nobody" von anderen Comedians unterscheidet, ist seine Unaufdringlichkeit: die bescheidene und bisweilen beiläufige Art, mit der er seine Pointen präsentiert. Wo andere mit artifizieller Aufgeregtheit Aufmerksamkeit zu erregen versuchen, verlässt sich Jöchl ganz auf die humoristischen Qualitäten seines facettenreichen Schalks. Den Weg in die lautstarken Comedy-Hauptabendshows der Privatsender wird ihm sein sympathisch-zurückhaltender Stil zwar nicht unbedingt ebnen, dafür muss er sich aber auch zu keinem Zeitpunkt verstellen. Das ist ihm viel wert. Die Frage, wo die Grenze zwischen Kabarett und Comedy verläuft, wird auch diese Sendung wieder nicht beantworten. Fix ist: Genau so, wie es einfältige Humordarbietungen gibt, die bemüht sind, sich als Kabarett zu tarnen, gibt es gescheite, aufrechte Comedy. Josef Jöchls Debutprogramm "Nobody" fällt definitiv in diese zweite Kategorie. Die oft selbstironischen Entlarvungen seiner eigenen Schwächen und Verwirrungen sind Puzzleteile eines aktuellen Sittenbilds unserer zunehmend egomanen Gesellschaft.

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.33 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

Martin Reiter The Flow im Studio 2 des Wiener Funkhauses Bereits das fünfte Album - die LP "Esteem" - hat die Band "The Flow" rund um den Wiener Pianisten Martin Reiter im Herbst 2020 veröffentlicht. Ursprünglich war das Quartett eher im Fusion-Jazz angesiedelt, auf dem neuen Tonträger spielt Martin Reiter ausschließlich akustisches Klavier, und er hat dieses Mal alle Kompositionen beigesteuert. Mit an Bord ist nach mehrjähriger Pause wieder der mittlerweile in New York lebende Schlagzeuger Peter Kronreif, während Andi Tausch (Gitarre) sowie Jojo Lackner (E-Bass, Bassukulele) seit der Gründung 2008 ohne Unterbrechung dabei sind. Vier ausgezeichnete Instrumentalisten auf der Suche nach dem "Flow", einem Terminus aus der Psychologie, der das vollkommene Aufgehen in einer Tätigkeit beschreibt - bis hin zum Verlust des Zeitgefühls. Gestaltung: Klaus Wienerroither

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Unsere Rettung liegt in der Rettung von Geschichten. Der kurdische Schriftsteller Bachtyar Ali. Feature von Shenja von Mannstein Seit Ende der 1990er Jahre lebt Bachtyar Ali unbeachtet als Autor in Deutschland. Erst 2016 wird der Literaturbetrieb auf ihn aufmerksam. Als vierzehn Jahre nach Erscheinen sein Roman "Der letzte Granatapfel" ins Deutsche übersetzt wird. Der erste kurdisch-irakische Roman überhaupt. Im Nordirak, seiner Heimat, genießt Ali zu dieser Zeit längst Kultstatus. Hierzulande fragen sich Kritiker, wie sich ein solcher Autor so lange vor unserem Buchmarkt verbergen konnte? Die Antwort liegt auf der Hand. Bachtyar Ali schreibt auf Sorani, einer Variante des Südkurdischen, das kaum zehn Millionen Menschen sprechen, viele von ihnen sind Analphabeten. Übersetzer aus dem Sorani gibt es eigentlich nicht. Dass mittlerweile zwei weitere Romane von ihm erschienen sind, "Die Stadt der weißen Musiker" und "Perwanas Abend", ist auch dem Engagement kurdischer Leser zu verdanken. Bachtyar Ali wächst während der Diktatur Saddam Husseins auf. Sein politischer Widerstand bringt ihn als Student ins Gefängnis. Dort beginnt er zu schreiben und verarbeitet die gewaltvolle jüngere Geschichte der Kurden im Irak literarisch. Die Ingredienzien seiner Prosa: die mündliche Erzähltradition und eine an den magischen Realismus erinnernde Phantasie. Er sei ein Kind des Westens und des Orients zugleich, meint der zurückgezogen lebende Autor. Shenja von Mannstein hat ihn in Köln besucht und mit ihm über seine kulturellen Wurzeln und den Wert des Erzählens gesprochen.

20.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Pat Metheny: "80/81" (1980) Am 26. Mai 1980 trafen einander fünf Jazzmusiker der Sonderklasse im Talent-Studio in Oslo. Gitarrist Pat Metheny, der jüngste der damals entstehenden Band, hatte zu diesen Aufnahmen geladen. In den drei darauffolgenden Tagen entstand die Doppel-LP "80/81", die qualitativ zu den besten Arbeiten des Gitarristen gehört und zu den Meilensteinen in der Geschichte des Jazz zu zählen ist. Für das neue Album wählte Metheny ungewöhnliche, durchwegs namhafte Mitmusiker aus. Saxofonist Dewey Redman und Bassist Charlie Haden kamen aus dem gerade aufgelösten Quartett des Pianisten Keith Jarrett, beide hatten zudem mit Free-Jazz-Pionier Ornette Colemans gearbeitet. Als Schlagzeuger engagierte er den dynamischen, u. a. durch seine Mitgliedschaft in den Bands von Charles Lloyd und Miles Davis geadelten Jack DeJohnette. Als Saxofonisten den schon damals vielbewunderten Shootingstar Michael Brecker, der nun einem noch breiteren Publikum bekannt werden sollte. Mit "80/81" verließ Metheny auch als Komponist seine Komfortzone. Der Gitarrist, der zuvor noch nie mit Bläsern zusammen gearbeitet hatte, schrieb im Vorfeld neue Stücke eigens für die sich nun ergebende Quartett- bzw. Quintett-Besetzung. Zu einer wahren Jazz-Hymne der 1980er-Jahre mutierte aber der Opener, Charlie Hadens "Two Folk Songs". "80/81" bot melodienfreudigen Jazz, dargeboten von Musikern, von denen die meisten reiche Erfahrung mit freier Improvisation mitbrachten. Das Resultat konveniert bis heute als Werk, dem der heikle Balance-Akt zwischen Zugänglichkeit und Progressivität in exemplarischer Weise gelingt. Gestaltung: Christian Bakonyi

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"Der Stier". Von Gerhard Naujoks. Es liest: der Autor. Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Heimspiel

22.10 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show

Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags Das "Journal der Träume" bringt Schlaglichter auf unser durch die Pandemie bestimmtes Leben, wie sie nur geträumt werden können. Seit einem Jahr bestimmt ein Virus unsere Realität. Jede Nachricht ist eine Nachricht über seine Ausbreitung, seine Auswirkung und seine Ausdeutung, und damit selbst Teil der Entwicklung des Virus, zumindest aber des Pandemiegeschehens. Wie aber wird sich diese neue Faktizität auf unsere Träume ausgewirkt haben? Diese Frage stellt sich das "Journal der Träume". Das "Journal der Träume" ist eine Sonderausgabe der "Jet Lag All Star Radio Show". Zu hören sind Reportagen, Interviews und Hintergrundberichte zu aktuellen Traumthemen, Traumakteuren, Traumpolitiken. Träume setzen oft die Realität in Bewegung. Wir spüren an Leib und Seele, wie sich Distanzregeln, Kontaktnachverfolgungen, Freitestungen, Identitätsfeststellungen, Aufenthaltsrechte und Herkunftszuschreibungen neue Grenzen hochziehen. Die Jet Lag All Stars fragen sich, wie wir wissen, dass wir da sind, dass wir hier sind, dass wir überhaupt sind und das alles nicht bloß träumen, wenn wir nur diese und kaum andere Spuren hinterlassen? Darum befragt das "Journal der Träume" unsere Körper, denn diese speichern nicht nur jede Bewegung, unsere Körper speichern auch jede Nicht-Begegnung. Das "Journal der Träume" versucht das Muster unser Zeitgenossenschaft zu lesen, so wie es sich in uns eingeschrieben hat: in seinen Traum-Effekten. Was am 29. Jänner als berichtenswert erschienen sein wird, werden die Ö1 Nachrichten und Journale berichtet haben. Auch an diesem Tag wird die Pandemie das Leben nicht nur in diesem Land ganz allgemein bestimmt haben werden, sondern ganz individuell unser Leben, unsere Arbeit, unsere Leidenschaften und unsere Träume überschatten. Was dabei (und nur) geträumt werden kann, und wie dieses Träumen in pandemischen Zeiten auf uns zurückwirkt, erfährt das Radiopublikum in den vierundvierzig Minuten des "Journal der Träume". Wenn ein Virus unsere Realität bestimmt, wird es auch Wirkung auf unser Träumen haben. Die Redaktion der Jet Lag All Stars geht dieser Frage in verschieden Lebensbereichen nach: Arbeit, Sport, Politik, Kunst, Alltag. Reportagen, Interviews und Hintergrundberichte zu den aktuellen Traumthemen, Traumakteuren, Traumpolitiken zeigen welche Risiken in einem überspannten evidenzbasierten Leben liegen. Das "Journal der Träume" schlägt aber auch jene Seiten des Traumgeschehens auf, in denen von den Risiken des Traums zu sprechen sein wird. Was tun, wenn man in einem Traum gefangen ist und alles so glauben will, wie es geträumt wird? Ist es vielleicht besser künftig als Schauspieler immer vor leeren Rängen zu spielen? Stört das Publikum in den Theatern nicht schon immer den eigentlichen Zweck und Daseinsgrund der darstellenden Künste? Ist es dem durch das Kapital und die nationalen Restindividualitäten geprägten Profisport nicht eigentlich unmöglich, seine ureigenstes Versprechen zu erfüllen: die Körper im Spiel des Kampfes aus den Zwängen der Welt zu befreien? Entfaltet sich nicht vielmehr Kraft, Wohlstandspotential und Lust in der Einübung des Nichtstuns, als einer Art des Einübens von körperlicher Begegnung, Berührung und Sorgetragens, das sich von allen materiellen Gütern löst, vor allem von jenen, die vom Träumen ablenken? Sind also nicht gerade diese sorgetragenden Aktivitäten mit Vorstandsgehältern zu entlohnen: Pflege als Verbindung, Tanzen als Gesellschaft, Träumen als Politik? Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar und Klaus Wienerroither. Moderation: Rainer Hazivar

22.54 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Das Projekt "Kontinuum" und das CTM Radio Lab starten in die nächste Runde, und auch das Ö1 Kunstradio und das ORF musikprotokoll im steirischen herbst unterstützen beide Initiativen. Die Jury-Sitzung fand im September 2020 in Berlin und on-line statt. Für "Kontinuum", das Deutschlandfunk Kultur und Ö1 Kunstradio heuer zum zweiten Mal ausgerufen haben, wurde das Projekt "Zukunftsmusik/Futurevoices" der Society for Nontrivial Pursuits ausgewählt. S4NTP (Society For Nontrivial Pursuits) ist ein Kollektiv aus Studierenden, Lehrkräften, Alumni und Freunden der Klasse "Generative Kunst" der Universität der Künste Berlin. Seit mittlerweile 10 Jahren untersucht, baut, programmiert und designt das Kollektiv in immer neuen Konstellationen komplexe Systeme aus Sensoren, elektronischen und analogen Elementen. Menschen aus aller Welt sind eingeladen, ihre Ideen, Ängste und Wünsche für die Zukunft zu formulieren und damit zu einem kontinuierlichen Audiostream beizutragen, der ein ganzes Jahr andauern soll und immer wieder im Programm von Deutschlandfunk Kultur und im Ö1 Kunstradio auftauchen wird. Zukunft wird herbeigesehnt, ausgemalt, angestrebt. Doch von wem? "Jedes Paradies, jede Utopie, wird von jenen entworfen, die nicht dabei sind, weil sie nicht reingelassen werden", sagt die Schriftstellerin Toni Morrison. In den sozialen Medien verhallen zwischen Filterblasen, Likes, viralen Hits und Shitstorms viele Stimmen ungehört: Die zaghaften, die leisen, die unspektakulären, die differenzierten. S4NTP erinnern an die Erwartungen und Wünsche aus der Anfangszeit des Internet - partizipativ, kooperativ, auf Augenhöhe. Alle sind eingeladen, sich eine Zukunft auszumalen: Auf der Webseite http://zukunftsmusik.radio können Sie Ihre persönliche Zukunftsvision hinterlassen. Die dort hochgeladenen Audiobotschaften verarbeitet ein Algorithmus ein Jahr lang zu einem kontinuierlichen Strom von Zukunftsmusik.

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 3:00 Uhr Nachrichten