Features

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Das Meer

Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Wer ans Meer denkt, denkt an Weite, Rauschen und Tosen, an Freiheit und womöglich Urlaub. Seit jeher symbolisiert es das Unbekannte - bis heute sind Teile der Ozeantiefen nicht erforscht. Und viele Jahrhunderte lang verhieß das Meer Schrecken: auch wenn es Nahrungsgeber war, wer in die Wellen geriet, war verloren, denn kaum jemand konnte schwimmen. Die Fischer der irischen Aran Inseln trugen Pullover mit familientypischen Mustern, an denen sie erkannt wurden, so ihre unkenntlichen Leichen nach einem Unfall an die Küste gespült wurden. Bis "die See" beziehungsweise die Küstenorte als Rückzugsräume und Motive für Kunstschaffende entdeckt wurde, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde sie en vogue. Die Luft war gut, die angereiste Oberschicht konnte an den Promenaden flanieren. Dazu kam die Fantasie vom "Ungezügelten": man schwärmte von Fernreisenden wie der Österreicherin Ida Pfeiffer, ohne die Beschwerlichkeiten an Bord zu hinterfragen genauso wie man den ungebundenen Matrose verherrlichte, auf den in jedem Hafen eine Braut wartet, dem in der Realität aber häufig ein mangelernährter, schuftender Schwerarbeiter gegenüberstand. Das an einem Ort, an dem Gesetzlosigkeit herrschte - und das teilweise bis heute. Piraterie und Sklaverei, etwa auf Shrimpkuttern, sind gegenwärtig. Zudem droht das Idyll Meer in den vergangenen Jahre n in den Schlagworten Müllteppich, Meeresspiegelanstieg und Fischsterben zu versinken.

Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die ARD Wie es zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk kam Der vorbildliche Piratensender Radio Caroline Das Kalenderblatt 4.6.1783 Brüder Montgolfier führen ersten unbemannten Heißluftballon vor Von Hellmuth Nordwig Die ARD - Wie es zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk kam Autor: Christian Schaaf / Regie: Die Nationalsozialisten bauten Ihre Herrschaft auf der Wirkungsmacht der Propaganda auf. Modernste Technik, wie den Rundfunk, machte sich das NS-Regime zu Nutze, um die Meinung der Deutschen zu beeinflussen, ihre Rassen-Ideologie zu verbreiten und bis zum Ende des Krieges Durchhalteparolen auszugeben. Nach dem zweiten Weltkrieg beschließen die Alliierten, dass neben der Entnazifizierung auch die "Reeducation" - die "Umerziehung" - ein wichtiger Grundstein für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft in Deutschland sein soll. Um das Volk zu Demokraten zu erziehen, erscheint ihnen der Rundfunk als ein zentrales Instrument. Die Westalliierten entscheiden sich für einen Sonderweg: Der Rundfunk soll weder in der Hand des Staates sein, noch unter dem Einfluss von privaten Unternehmen stehen. In Anlehnung an das britische Modell der BBC wird der Rundfunk in Form von selbstständigen Anstalten des öffentlichen Rechts organisiert. Aus den Sendeanstalten der Länder wird schließlich 1950 der Verbund ARD gegründet. Sie verkörpert bis heute maßgeblich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Der vorbildliche Piratensender - Radio Caroline Autorin: Christiane Neukirch / Regie: Martin Trauner In Zeiten des Internets ist es schwer vorstellbar, dass junge Musikbands Anfang der 60er Jahre so gut wie keine Möglichkeit hatten, ihre Musik jenseits der Clubs, in denen sie auftraten, bekannt zu machen. Ein junger Ire wollte Abhilfe schaffen. Er warb bei der BBC und Radio Luxemburg für Bands, die er in den Londoner Clubs aufgetan hatte - und erntete Absagen. Seine Antwort: "Dann mache ich eben meine eigene Radiostation auf" wurde mit einem milden Lächeln quittiert; doch er meinte es ernst. Er pflanzte einen Sender auf ein Schiff und platzierte es vor der britischen Küste. Ostern 1964 ging Radio Caroline auf Sendung; und damit begann eine neue Ära in der Geschichte der Popmusik. Eine Hörerschaft von mehr als 20 Millionen und eine explodierende Musikszene waren die Folge. Durch Radio Caroline hat sich die Stimme des Radios weltweit radikal verändert. Noch immer ist die Station ungebrochen auf Sendung - entgegen aller Widrigkeiten, die ihre Macher in mehr als fünf Jahrzehnten mit ungeheurer Zähigkeit und manchmal unter Lebensgefahr zu bewältigen hatten. Moderation und Redaktion: Iska Schreglmann

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Positives Körpergefühl

Was es stärkt und was es behindert (3). Gestaltung: Ilse Huber Mehr als einen Monat hat es gedauert: Das Virus mit dem klingenden Namen ?Corona" hat die Menschen dazu verdammt, sich in den eigenen vier Wänden aufzuhalten. Essen, schlafen, telekommunizierend organisieren und trotzdem mit den Nächsten auskommen. Eine Herkulesaufgabe. Noch dazu, wenn der gewohnte Sportausgleich fehlte. Fitnessstudio? Geschlossen. Trainingseinheit? Abgesagt. Massagen? Verboten. Ausgedehnte Wanderungen oder Skitouren? Ein Fall für Strafen. Nach der Zeit der Entbehrung regt sich das Körpergefühl. Die Hosen passen nicht mehr? Der Gürtel muss weiter gestellt werden? Und die Kleidergröße hat zwei Sprünge nach vorn gemacht? Nach ausreichendem Verzehr von Fleisch, Schokolade und Snacks vor der dem Bildschirm, meldet sich das schlechte Gewissen. Aber muss das so sein? Die verordnete Zwangspause hat vielleicht Ruhe in den ansonsten hektischen Alltag gebracht. Haut und Haar haben sich von Glätteisen sowie Makeup erholt. Und die selbst zubereiteten Gerichte haben idealerweise geschmackliche und erfrischende Abwechslung zu den üblichen Fertigmenüs gebracht. Was bestimmt also ein positives Körpergefühl? Wie kann es nicht nur entfacht, sondern auch erhalten werden? Welche Anreize fördern die Zufriedenheit mit dem eigenen Organismus? Und welche Hemmnisse arbeiten dagegen? Ob alt oder jung, ob Frau, Mann oder Person, das Wohlfühlen im eigenen Körper erzählt eine lange Geschichte.

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mehr ist Mehr

Maximalismus in der Musik(3). Gestaltung: Thomas Mießgang "Pump up the Volume" hieß ein Popsong aus den 1980er Jahren: Das Volumen aufpumpen, den Sound verstärken, die Klangvision aufblasen: Das waren zu allen Zeiten und in allen Genres immer schon Optionen, die von Musikschöpfern gerne genutzt wurden: Ob es sich nun um die "Symphonie der Tausend" handelt, mit der Gustav Mahler am Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art orchestrales Heavy Metal veranstaltete oder um die "Wall of Sound", die Phil Spector mit vielfach übereinander gelegten Tonspuren im Charts-Pop der 1960er Jahre auftürmte. Ob es um den brüllenden Free Jazz geht, den John Coltrane mit seiner Big Band-Klangorgie "Ascension" von der Leine ließ oder um die immersiven Ganzkörpererlebnisse des Psytrance-Musik, mit der gigantische Raves beschallt werden. Das "Mehr ist Mehr" einer maximalistischen Musikvorstellung hat, gerade auch im Vergleich zum "Weniger ist mehr" des Minimalismus immer wieder Konjunkturen erlebt, mit einem Sinnesrausch, dessen Programm auf die totale Überwältigung des Publikums abzielt. Das kann durch nachgerade übermenschliche Komplexität wie bei den kaum noch dechiffrierbaren Kompositionen von Brian Ferneyhough genauso bewerkstelligt werden wie durch die ohrenbetäubende Laustärke der Drones von Phil Niblock der der Rockband SunnO))). Aber auch die akustischen Splitterbomben, die das Produktionsteam The Bomb Squad für die Rapper von Public Enemy produziert hat und das Helikopterquartett von Karlheinz Stockhausen, bei dem die Instrumentalisten hunderte Meter über dem Publikum kreisen, gehört in den maximalistischen Diskurszusammenhang. Es geht beim Klang-Maximalismus um akustische Superkräfte, die, mal elektronisch, dann wiederum durch schiere Massierung konventioneller Instrumente, entfesselt werden, um den Hörer zu verzwergen und im Flow mitzunehmen - man könnte auch von einem akustischen Safe Space sprechen, der einen trägt und beschützt, indem er alle anderen Klangsignale ausblendet und blockiert. Georges Bataille würde von der Aufhebung des Leides der Isolierung in der diskontinuierlichen Individualität durch das Aufgehen im kontinuierlichen Klangstrom der trance-induzierenden maximalistischen Sounds sprechen. Im Gegensatz zum Minimalismus, der an einer Mikrokalibrierung des Bewusstseins arbeitet, schaltet der Maximalismus die kognitiven Rezeptoren des wahrnehmenden Subjektes weitgehend aus und überschwemmt es mit dröhnenden Frequenzen, übermenschlicher Fingerfertigkeit, exzessiver kompositorischer Raffinesse oder bauchfellerschütternden Vibrationen, die das erotische Zentrum des Körpers stimulieren. Das ist faszinierend, wenn auch oft too much und kann auch gefährlich werden. Denn Musik, schreibt der Philosoph Arthur Schopenhauer sei "so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen."

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Die Zecke Kleiner Parasit mit großem Risiko Krankheitsüberträger Tier Wenn Keime Grenzen überspringen Das Kalenderblatt 4.6.1783 Brüder Montgolfier führen ersten unbemannten Heißluftballon vor Von Helluth Nordwig Die Zecke - Kleiner Parasit mit großem Risiko Autorin: Claudia Steiner / Regie: Christiane Klenz Sie sind wie kleine Vampire und brauchen Blut: Zecken. Deshalb sitzen sie auf Gräsern und Büschen und warten dort auf einen potentiellen Wirt. So verhält sich zumindest der Holzbock, der in Deutschland verbreitet ist. Die kleinen Spinnentiere, die zur Gruppe der Milben gehören, stechen dann zu und saugen oft tagelang das Blut von Tieren oder auch Menschen. Erwachsene Weibchen können bei einer Mahlzeit ihr Körpergewicht um das 100- bis 200-fache erhöhen. Die Parasiten an sich sind für Menschen nicht gefährlich. Gefährlich können aber die Krankheitserreger sein, die manchmal von Zecken übertragen werden. Bakterien können die sogenannte Lyme-Borreliose verursachen, die unter anderem zu Gelenksentzündungen führen kann. Durch Viren kann eine Hirnhautentzündung entstehen. Die Krankheit ist unter dem Namen FSME bekannt. Je länger die Zecke saugt, umso größer ist das Risiko. In anderen Ländern kann der Stich bestimmter Zeckenarten aber noch viel schlimmer enden: In Australien gibt es zum Beispiel eine Zecke, deren Stich mitunter tödliche Lähmungserscheinungen zur Folge hat. Krankheitsüberträger Tier - Wenn Keime Grenzen überspringen Autorin: Yvonne Maier / Regie: Sabine Kienhöfer BSE - das ist wahrscheinlich die Tierseuche, die uns Menschen am meisten Gruseln lässt. Noch vor ein paar Jahren machten Schlagzeilen vom "Rinderwahn" vielen Menschen Sorgen, sie fürchteten, dass auch ihr eigenes Gehirn betroffen sein könnte. Schon immer haben sich Krankheiten von Tieren auf den Menschen übertragen, die am häufigste ist die Salmonellose, aber auch AIDS und SARS waren ursprünglich Tierseuchen. Im Mittelalter fürchteten sich die Menschen vor der Pest - doch echtes Seuchenpotential haben die wenigsten Zoonosen. Doch wer in der Nähe von Tieren lebt, sei"s als Landwirt oder als Haustierbesitzer, setzt sich immer bis zu einem gewissen Grad dem Risiko einer Tierkrankheit aus. Und wo Landwirtschaft industrialisiert wird, wo Massentierhaltung unter fragwürdigen Hygienebedingungen herrscht - da haben Zoonosen ein leichtes Spiel. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Unsere Väter Wie sie ihre Töchter prägen Von Anke Schaefer (Wdh. v. 04.07.2019) Erzeuger, Beschützer und Ratgeber - Wie genau sieht das Verhältnis von Vätern und Töchtern aus? Was sagen Forscher? Eine persönliche Spurensuche.

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Das Meer. Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Positives Körpergefühl. Was es stärkt und was es behindert (3). Gestaltung: Ilse Huber Mehr ist mehr. Maximalismus in der Musik (3). Gestaltung: Thomas Mießgang

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